Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Nachrichten 2022

Zum Grauspecht auf die Streuobstwiese

Während der Führung waren auch die Schafe zu sehen, welche die Streuobstwiese offen halten (Foto: Dr. Michael Neumann)
Während der Führung waren auch die Schafe zu sehen, welche die Streuobstwiese offen halten (Foto: Dr. Michael Neumann)

Die blühenden Streuobstwiesen sind aktuell nicht nur wunderschön anzusehen, sondern sie gehören mit über 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten zu unseren artenreichsten Lebenssräumen. So sind dort auch verschiedene Spechtarten heimisch. Spechte sind eine sehr alte Vogelgruppe, die sich bereits vor rund 50 Mio. Jahren entwickelte. Dies lässt sich anhand von versteinerten Spechthöhlen aus den Wäldern Arizonas belegen. Der älteste direkte Nachweis eines Spechtes, ein fossiler Fußknochen ist 25 Mio. Jahre alt und wurde in Deutschland gefunden.

Bei der Führung der Regionalgruppe Aschaffenburg-Miltenberg des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) ging es mit dem Biologen und Naturschützer Dr. Michael Neumann auf die Alzenauer Streuobstwiesen, die Lebensraum von sechs unserer sieben heimischen Spechtarten sind. Leider ließ nur den Grünspecht seinen „glück-glück-glück“-Ruf hören. Aber dafür entschädigten die Gesänge der anderen Vögel wie Gartenrotschwanze, Mönchs- und Klappergrasmück und vor allem bezauberte die Nachtigall mit ihrem Schluchzen. Die Teilnehmenden erfuhren von Neumann, dass die Erdspechte Grün- und Grauspecht Totholzbestände benötigen und sich bevorzugt von Ameisen ernährt. Zwischendurch zog noch ein Regengebiet über die Streuobstwiese, aber auch vom kurzen Schauer ließen sich die naturinteressierten Teilnehmenden nicht abschrecken.

Aktion für die Ukrainischen Flüchtlinge von LBV und Spessartbund

Helfen kann man auf vielerlei Weise – u.a. durch Spendengelder, aber auch in Form eines Abwechslungsreichen Nachmittags, der Freude schenkt. Beides kombinierten die Regionalgruppe Aschaffenburg- Miltenberg des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. und der Spessartbund bei Ihrer Aktion für die Ukrainischen Flüchtlinge aus Aschaffenburg. Es kamen dank der Organisation des Vereines „Wir in Aschaffenburg e.V.“, der auch die gesammelten Spendengelder erhielt, zwei Gruppen ukrainischer Frauen und Kinder am 30.04. zur Umweltstation der Stadt Aschaffenburg am Naturschutzgebiet Exe. Gemeinsam mit zwei Dolmetschern ging es zu den Przewalski-Wildpferden, die v.a. zur Freude der Kinder gleich am ersten Aussichtspunkt gut sichtbar waren. Neben der Wildpferde-Führung gab eine Wildkräuter-Führerin noch einen Einblick in die Welt der Kräuter am Wegesrand.

Stärken konnten sich die Besucherinnen und Besucher bei Kaffee (Spende von EDEKA) und Kuchen (Spende der Bäckerei Hufgard) in der Umweltstation. Die ukrainischen Frauen waren sehr bewegt von der Hilfsbereitschaft und dem herzlichen Willkommen und Markus Dahlemann vom Verein „Wir für Aschaffenburg e.V.“ bedankte sich für die Spenden.

 

 

Bei der Nacht der Nachtigallen

Eigentlich ist ja der frühe Morgen als die optimale Zeit zum Lauschen der Vogelstimmen bekannt – möchte man aber der Nachtigall zuhören, muss man in den späten Abendstunden unterwegs sein. Wir ihr Name schon andeutet, erfüllt sie mit ihrem Gesang die sonst eher stillen Nachtstunden. Der unauffällige, kleine braune Vogel mit der lauten, schönen Stimme war das Thema bei der Führung zur „Nacht der Nachtigallen“ mit den Experten Gerd Andres und Winfried Korn. Die Wanderung ins Zentrum des Nachtigall Vorkommens in den Mainauen in Nilkheim fand bei fast völliger Dunkelheit statt. Dort ist keine Straßenbeleuchtung mehr vorhanden, es war leicht bewölkt und die Taschenlampen blieben aus. So waren die Sinne geschärft und die 15 Teilnehmenden konnten den strophenreichen Balzgesängen der Nachtigall-Männchen lauschen, ohne diese zu stören oder gar zu vertreiben. Auf dem Weg zur Bahnbrücke und zum Auwald Bereich hielten die Referenten immer wieder an, um Wissenswertes über die Nachtigall zu berichten. Diese bevorzugt als Lebensraum eine strukturreiche Landschaft mit viel Unterholz und Laub, bevorzugt in der Nähe eines Gewässers. Wer der Nachtigall im Garten einen Lebensraum bieten möchte, sollte dort also ruhig etwas mehr Wildnis zulassen – darüber freuen sich z.B. auch Insekten und andere Vögel.

Vogelstimmen in den Weinbergen und auf der Streuobstwiese

Foto: Franketourismus
Foto: Franketourismus

In den letzten Wochen fanden gleich zwei Vogelstimmenwanderungen für Einsteiger statt. Diese Reihe bietet Einsteigern die Möglichkeit, mit einem Experten die häufigsten Vogelstimmen kennen zu lernen und das Wissen weiter zu vertiefen. So bot Vogelstimmenexperte Gerd Andres in Klingenberg einen Abendspaziergang zu den Vogelstimmen im Weinberg in Klingenburg an. Die Teilnehmenden lauschten dabei nicht nur der Vogelwelt und wiederholten mit Andres immer wieder, welche Vögel zu hören waren, sondern genossen auch den schönen Blick über die Klingenburger Weinberge zum Main.

Am ersten Mai fand dann am frühen Morgen eine dreistündige Vogelstimmenwanderung mit Gerd Andres und Winfried Korn durch die Goldbacher Streuobstwiesen statt. Hier waren die Teilnehmenden schon fortgeschritten und es waren sogar Spezialisten dabei. Entsprechend gingen die Referenten darauf ein und die Gruppe hörte und bestimmte ca. 25 Arten von Spechten über Trauerschnäpper bis zu Gartenrotschwanz und Buchfinken. Es ging durch das wunderschöne Gebiet von den blühenden Streuobstwiesen über ein Feuchtgebiet bis in den Wald.

Die Reihe wird für dieses Jahr mit einem „Vogelstimmen für Einsteiger“ Termin am Exe am 01.06. ab 18:30 Uhr in Aschaffenburg-Schweinheim abgeschlossen. Anmeldungen unter aschaffenburg-miltenberg@lbv.de sind noch möglich.

 

 

Vogelstimmen im Park

Trotz stürmischen Wetters konnte der LBV-Vogelexperte Gerd Andres eine interessierte Gruppe zur Vogelstimmenwanderung für Einsteiger begrüßen. Der Auftakttermin der beliebten Reihe der Regionalgruppe Aschaffenburg-Miltenberg des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. fand im Schönbusch Park Aschaffenburg statt. Der Experte konnte im Laufe eines Spaziergangs durch den Park trotz des ungünstigen Wetters 15 verschiedene Vogelstimmen erkennen und stellte den Teilnehmenden diese vor. Darunter waren häufige Arten wie das Rotkehlchen, die Kohl- und Blaumeise oder der Star, aber auch der Kleiber und der Baumläufer, die in der Bevölkerung weniger bekannt sind. Dabei konnte er viele Anekdoten zu den verschiedenen Arten erzählen. Schnell kam es zu einem regen Austausch zwischen den Teilnehmenden, die viele Fragen stellten, und dem Referenten.  Während der kleinen Wanderung wiederholten sich die häufigen Vogelstimmen mehrmals, und zum Schluss konnten die Teilnehmenden einige schon sicher erkennen.

Die nächste Vogelstimmenwanderung für Einsteiger findet am 20.04. am Weinberg in Klingenberg statt. Die kleine Reihe endet dann mit den Vogelstimmen an Exe am 01.06. Unser komplettes Veranstaltungsprogramm gibt es hier.


Neue Nistkästen für den Wiedehopf

Einst war der Wiedehopf in den wärmeren Gebieten Bayerns ein verbreiteter Brutvogel. Doch seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind die Bestände stark eingebrochen. Zwischenzeitlich war der Bestand sogar völlig erloschen. Inzwischen brüten wieder mindestens 11 Paare in Bayern, Tendenz steigend. Der prächtige, unverwechselbare Vogel wurde bei uns am Untermain immer mal wieder auf dem Zug gesichtet, 2007 zog sogar ein Paar Junge auf einer Streuobstwiese in Alzenau auf. Nun hoffen wir auf seine dauerhafte Wiederansiedlung, denn hier würde er auf den offenen Streuobstwiesen und bei dem relativ warmen Klima passende Bedingungen finden.

 

Ein gut geeigneter Standort für ein Brutpaar wäre auch der ehemalige Truppenübungsplatz „Exe“ in Aschaffenburg-Schweinheim, wo Przewalski-Pferde und Heckenrinder die Flächen offen und frei halten, denn dort am Boden sucht der Vogel nach seiner Nahrung, die hauptsächlich aus Insekten besteht. Hier haben das Umweltamt der Stadt Aschaffenburg, die örtlichen Naturschützer und der LBV Anfang April neue Wiedehopfkästen angebracht. An nur einem Vormittag wurden 7 der schweren, ausgeklügelten Kästen zwei engagierten Teams auf dem Gelände des Exe aufgestellt. Kontrolliert werden die Kästen von Norbert Döhner. Der langjährige LBV-Aktive kennt die Gründe für den Rückgang des Wiedhopfs: „Zu dem Verlust der passenden Lebensräume und Nistgelegenheiten kam noch der Pestizideinsatz, der seine Nahrung dezimiert hat.“

 

Nun hoffen die Aktiven auf die Rückkehr des Wiedehopfs in die Region am Untermain. Wenn Sie den auffälligen Vogel sehen, melden Sie sich bei uns unter aschaffenburg-miltenberg@lbv.de.


Baumpflanzaktion im Goldbacher Wald

Zum internationalen Tag des Waldes lud Niklas Wagener, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/die Grünen, unterschiedliche Interessengruppen zu einer Baumpflanzaktion in den Goldbacher Wald ein. Mit dabei waren außer Ellen und Richard Kalkbrenner vom LBV, VertreterInnen von den Freunden des Spessarts, der IHK, vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Aschaffenburg und Karlstein, der Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrates, und der Vorsitzende der unterfränkischen Holzindustrie. Jeder bekam von Dieter Allig, dem zuständigen Förster, ein Arbeitsgerät zugeteilt, um die sechs Walnussbäume zu setzen. Alle hatten sichtlich Freude bei der Arbeit und beim anschließenden Imbiss kam man schnell miteinander ins Gespräch. Die Bedeutung einer nachhaltigen Waldwirtschaft und die vielen Funktionen des Waldes standen dabei für alle im Vordergrund. Die Goldbacher Bürgermeisterin freute sich über die neuen Bäume im Goldbacher Wald.