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Kontakt: clara.bartke@lbv.de

Um einen Einblick in die Verbreitung von höhlenbrütenden Vogelarten mit Fokus auf Spechtarten (Grün-, Grau-, Bunt-, Klein-, Mittelspecht und Wendehals) sowie dem Gartenrotschwanz zu erhalten, wurden 2025 in der regional typischen Kulturlandschaft Streuobstwiese diese Arten kartiert.
Im Erfassungsjahr haben 23 Ehrenamtliche aus unserem Arbeitskreis Ornithologie die Kartierung von März bis Juni durchgeführt. Die Bearbeitung umfasste 49 Kartierflächen in 13 Orten, welche sich in den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg und in der Stadt Aschaffenburg verteilten.
In Summe wurden 787 Nachweise den Zielarten zugeordnet, daraus wurden 208 Reviere herausgearbeitet. Räumlich bündeln sich die Nachweise deutlich im Landkreis Miltenberg (454; ~58%), gefolgt vom Landkreis Aschaffenburg (185; ~24 %) und der Stadt Aschaffenburg (148; ~19 %). Das spiegelt sich auch in den Revierzahlen wider, wobei die Anzahl der Kartierflächen hier nicht mitbetrachtet wird.
Das Diagramm zeigt die Häufigkeit und Verteilung der Arten in den Gebietskörperschaften.
Die artenreichsten Orte sind Mönchberg/Röllbach
(alle 7 Zielarten, 63 Reviere) und Kleinwallstadt
(6 Zielarten, 29 Reviere).
Auffällige Vorkommen einzelner Arten
Gartenrotschwanz: Spitzenreiter mit 72 Revieren, davon 47 im Landkreis Miltenberg, mit Fokus auf Mönchberg/Röllbach (25) und Kleinwallstadt (15).
Grauspecht: Er gilt bundesweit als stark gefährdet (RL‑Kat. 2). Insgesamt wurden 6 Reviere kartiert, 4 davon in Mönchberg/Röllbach. In den übrigen Gebieten ist er somit nur spärlich vertreten, aber er wurde in allen drei Gebietskörperschaften nachgewiesen. Dies ist positiv zu bewerten, zumal sein Verbreitungsschwerpunkt nicht unbedingt in den Streuobstwiesen zu suchen ist.
Kleinspecht: Hat mit 5 Revieren von insgesamt 13 seinen Schwerpunkt auch in Mönchberg/Röllbach. Da er als gefährdet (RL‑Kat. 3) gilt, sind die Funde in allen Gebieten (1/9/3 Reviere) überdurchschnittlich erfreulich für Streuobstregionen und deuten auf (noch) vorhandene, gute Lebensraumbedingungen hin.
Wendehals: Beim Wendehals, als gefährdete (RL‑Kat. 3) und klassische Streuobstwiesen‑Art, konnten 8 von 9 Revieren im Landkreis Miltenberg bestimmt werden. Zudem konnten wir den Wendehals im Stadtgebiet Aschaffenburg nicht nachweisen. Um die genaueren Hintergründe zum Fehlen der Art herauszufinden, müsste man Unterwuchsmanagement, Störung und Nistplatzangebot untersuchen.
Schwerpunkt der Zielarten in der Kulturlandschaft
Über die Hälfte aller Nachweise stammt aus dem Landkreis Miltenberg. Besonders Gartenrotschwanz und Wendehals profitieren offenbar von mosaikreichen Offenland‑Strukturen (Streuobst/Hecken/Saum), die hier großflächiger vorkommen.
Die Stadt Aschaffenburg ist mit guter Spechtkulisse, aber Lücke beim Wendehals dabei: Grün‑ und Buntspecht sind präsent, Wendehals fehlt – hier sind (möglicherweise) geeignete Bruthabitate (offene, insektenreiche Bereiche mit Höhlenangebot) knapp.
Weitere Fragen zu diesem Projekt beantworten Ihnen gerne Clara Bartke und Michael Neumann.
Kontakt: clara.bartke@lbv.de oder michael.neumann@lbv.de
Im Fokus unserer Kartierung: Gartenrotschwanz, Grünspecht (m) und Mittelspecht (alle Fotos: Christoph Mischke)
Das Projekt wurde gefördert durch die Stiftung Bayerische Naturerbe.
Die LBV-Regionalgruppe Aschaffenburg-Miltenberg bedankt sich bei der Stiftung für ihre finanzielle Unterstützung.
Außerdem gilt unser Dank allen am Projekt beteiligten Ehrenamtlichen für ihr Engagement.