Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Schmetterlinge

Arbeitskreis Schmetterlinge

Großer Fuchs (M. Kempermann)
Großer Fuchs (M. Kempermann)

Unser Arbeitskreis bringt Menschen zusammen, die sich für Tag- und Nachtfalter interessieren. 

Neben Austausch und Vernetzung stehen Kartierungen, wie z.B. die für die Stadt Aschaffenburg, im Mittelpunkt unserer ehrenamtlichen Arbeit (s.u.). 

Wir freuen uns über Verstärkung: Schmetterlingsfreunde und -freundinnen, die bei unseren Kartierungen mitmachen möchten. Gerne auch Hobbyfotograf:innen, die die sensiblen Schmetterlinge aus der Ferne fotografieren und ihr Material dem Arbeitskreis zum Bestimmen zur Verfügung stellen.

Kontakt: meike.kempermann@lbv.de

2023: Kartierung auf ausgewählten Wiesen am Erbig

Bei der Kartierung 2023 im Gebiet "Thaltrötzer" am Erbig konnten ca. 200 Tag- und Nachtfalterarten festgestellt werden.

Wie werden Nachtfalter kartiert?

Einen Tagfalter zu beobachten und die Art zu bestimmen, wenn er im Zickzackflug über den Wiesen unterwegs ist, ist keine einfache Aufgabe. Mit Geduld, Fernglas oder Teleobjektiv und Bestimmungshilfen aber machbar.

Wie aber kann man Nachtfalter beobachten? Nachtfalter sind in der Dunkelheit unterwegs. Sie besitzen die insektentypischen Facettenaugen - jedoch die Version für Nachtaktive. Damit können sie Licht mit einer Helligkeit von ungefähr einem Hundertstel der Helligkeit eines mondlosen Himmels erkennen. Eine Möglichkeit sie anzulocken, ist daher der Lichtfang.

 

Ein Leuchtturm am Erbig (M. Bodsch)
Ein Leuchtturm am Erbig (M. Bodsch)

Für den Lichtfang nutzen wir sogenannte "Leuchttürme". Dazu wird auf dem Boden ein weißes Stoffquadrat ausgelegt. Darüber wird ein ca. 1,80 m hoher Zylinder aus Gazestoff aufgebaut. Innerhalb des Zylinders wird

eine Leuchtröhre mit superaktinischem Licht (bekannt auch als Schwarzlicht) aufgehängt. Schaltet man diese Leuchtröhre mit beginnender Dämmerung ein, finden sich viele Nachtfalter am Leuchtturm und in seiner Umgebung ein. Schaltet man sie aus, ziehen die Nachtfalter wieder ihrer Wege. Kein Tier kommt bei dieser Methode zu Schaden.

Es gibt verschiedene Theorien, warum Nachtfalter das Licht anfliegen. Eine Theorie lautet, dass sich nachtaktive Insekten am Mond

orientieren. Sie versuchen im Geradeausflug immer einen bestimmten

Winkel zum Licht des Mondes einzuhalten. Da der Mond in großer

Entfernung zum Nachtfalter ist, kann so "geradeaus" navigiert werden.

Ist eine alternative starke Lichtquelle im Sehspektrum eines Nachtfalters vorhanden, versucht er auch dort den Winkel stetig einzuhalten. Aufgrund der kurzen Entfernung zum Licht, kommt es dann zu "Taumel-flügen". In unseren Städten kann man dieses Phänomen leider an Straßenlaternen beobachten: die verwirrten Falter fliegen die Laterne bis zur Erschöpfung an. Mit dimmbaren Laternen und geeigneten Leuchtmitteln kann diese Lichtverschmutzung vermieden werden.

Der Arbeitskreis Schmetterlinge kartiert in diesem Jahr auf Wiesen im Bereich Erbig (Aschaffenburg-Schweinheim). Hier wurden über die Leuchtturmbeobachtungsmethode bereits eine Vielzahl an Nachtfaltern erfasst. Nebenbei genießen wir in der Dämmerung ein atemberaubendes Panorama mit Sicht bis in den Taunus, beobachten Fledermäuse bei der abendlichen Jagd und lassen uns in der Dunkelheit vom Waldkauz rufen.

Interesse an einem nächtlichen Abenteuer mit garantiertem  Wissenszuwachs? Die Kartierungen finden spontan bei geeigneten Bedingungen statt. Kontakt: meike.kempermann@lbv.de

 

2023: Arbeitskreisleitung: Bernd Bergmann geht - Mareike Bodsch übernimmt

Bernd Bergmann gründete 2016 den Arbeitskreis
Bernd Bergmann gründete 2016 den Arbeitskreis

Vor einigen Jahren hat sich rund um Bernd Bergmann der AK Schmetterlinge gegründet. Bernd ist bereits seit seiner Kindheit an Faltern interessiert und nahm schon im Alter von 11 Jahren an Treffen der älteren Schmetterlings-fachleute teil. So hat er im Lauf der Jahre sehr viel Erfahrung und Artenkenntnisse sammeln können, auch bei Kartierungen hier im Landkreis. 

Von dieser langjährigen Erfahrung profitiert der Arbeitskreis, der sich mit Kartierungen, Bestimmungen und Beratungen befasst sowie mit konkreten Pflegemaßnahmen zum Schutz der Tag- und Nachtfalter beitragen möchte. Im Rahmen von Führungen und Infoständen soll diese Insektengruppe außerdem viele Interessierte erreichen und über die  Lebensraumansprüche von Schmetterlingen aufklären. Neben Bernd sind weitere Artenkenner:innen im Arbeitskreis aktiv und bereichern den Austausch durch ihre Sachkenntnis und ihren Enthusiasmus.

Anfang 2023 zog Bernd Bergmann nach NRW um. Die Arbeitskreisleitung übernahm Mareike Bodsch, eine exzellente Schmetterlingskennerin aus dem Arbeitskreis (Vorstellung folgt).

Die LBV-Regionalgruppe bedankt sich bei Bernd Bergmann für seinen Einsatz für Tag- und Nachtfalter und begrüßt Mareike Bodsch als neue AK-Leitung.

 

Im Juli 2022 zeigte Wir in Bayern vom BR ein Portrait von Bernd. Es ist bei Youtube abrufbar.


Vorfreude auf 2023: Winterexkursion zum Sternberg in Schweinheim

Ein Fotobericht von Bernd Bergmann

Der 3. Adventsonntag hat den Arbeitskreis Schmetterlinge (Bernd, Mareike, Lieselotte, Katharina, Klaus und als Gast Clemens) zu seiner wohl letzten Exkursion für dieses Jahr zum Sternberg nach Schweinheim geführt. Bei frostigen Temperaturen ging es auf die Suche nach Schmetterlingen. Schmetterlinge im Winter? Ja, ungewöhnlich, aber dennoch effektiv und spannend. Viele unserer Tag- u. Nachtfalter sind sehr scheu bzw. lassen sich im Sommer nur schwer beobachten. So zum Beispiel der Blaue Eichenzipfelfalter (Favonius quercus). Die Suche nach den überwinternden Eiern jedoch ermöglicht den Nachweis des Falters für ein Gebiet. So machten wir uns auf die Suche nach den Triebspitzen von Eichen und untersuchten jede einzelne Endknospe. Katharina wurde fündig und fand an einer Eiche, die am Waldrand stand, ein Exemplar. Somit kann der Falter für dieses Gebiet bestätigt werden.

v.l.n.r.: Suchkommando Raupe, Nahaufnahme Ei des Blauen Zipfelfalters (Favonius quercus), Eier an Eichen-Triebspitze, Streuobstgebiet am Sternberg (Fotos: AK Schmetterlinge)

Die eigentliche Suche am Sternberg war auf eine Nachtfalterart ausgerichtet. Die überwinternden Puppen des Kleinen Nachtpfauenauges (Saturnia pavonia). Die Raupen des Falters verpuppen sich im Sommer in der Krautschicht meist am Boden zwischen Erikasträuchern oder kleinen Schlehenbüschen.

Klaus hat uns schon im vergangenen Winter dieses Gebiet als besonders schützenswert vorgestellt und er sollte recht behalten. Die Untere Naturschutzbehörde Aschaffenburg hat für das kommende Jahr 2023 eben diese Fläche zum Kartieren für Tag- u. Nachtfalter an den AK Schmetterlinge des LBV herangetragen. Es wird mit Sicherheit eine spannende Sache, da dieses Gebiet eine (schon im Winter) erkennbare reichhaltige Flora bereitstellt. Somit ist auch eine Voraussetzung für eine große Vielfalt von Insektenarten gegeben.

Die Puppensuche hat allerdings keine Funde ergeben, jedoch konnten wir eine Raupe der Braunen Spätsommer-Bodeneule (Xestia xanthographa) finden (siehe Foto rechts).

Insgesamt war es eine tolle Exkursion, die wir abschließend mit selbstgebackenen Plätzchen von Mareike und Glühwein von Lissi und Clemens abgerundet haben.

Wir freuen uns schon auf die "Feldarbeit und die kommende Saison 2023.

Wer nun Lust bekommen hat und sich für den Erhalt und die Erforschung unserer Schmetterlinge in und um Aschaffenburg begeistert, der kann sich gerne bei uns melden. Nach dem Motto "Viele Augen sehen viel" ist jedes neue Mitglied herzlich willkommen.      

Ich (Bernd) werde Anfang des kommenden Jahres nach NRW umziehen. Jedoch möchte ich gerne der einen oder anderen Exkursion beiwohnen und natürlich "online" weiterhin zur Verfügung stehen. Mareike Bodsch wird die Leitung des Arbeitskreises Schmetterlinge übernehmen.

2022: Kartierung der Fasaneriewiesen

In diesem Jahr wurden die Fasaneriewiesen am Lufthofweg vom Arbeitskreis im Auftrag des Umweltamtes Aschaffenburg kartiert.

Dabei konnten 29 Tag- und 112 Nachtfalter bestimmt werden. Ein ausführlicher Bericht dazu findet sich weiter unten.

Eine kleine Auswahl von festgestellten Tag- und Nachtfaltern zeigen wir im folgenden.

Tagfalter

Diese Zwei sind sicher die bekanntesten Vertreter von den ca. 190 Tagfaltern Deutschlands: Schwalbenschwanz und Tagpfauenauge (Fotos: K.B.)

Doch auch die anderen Tag- und Nachtfalter sind wahre Hingucker. In unserer Diashow zeigen wir eine Auswahl der Arten, die zu ihren Flugzeiten in der Fasanerie entdeckt werden können. Das in der folgenden Diashow gezeigte Sumpfhornklee-Widderchen ist eine Rote-Liste-2-Art und ein Nachtfalter. Wie alle Widderchen ist es nicht nachtaktiv und fliegt nur bei Sonnenschein.

Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Vielfalt der Schmetterlinge!

(Fotos: L.W. und K.B.)

Nachtfalter

Nicht so ohne weiteres sind die Nachtfalter zu entdecken. Einige Arten fliegen zwar auch tagsüber (s.o.), aber die meisten der über 3.500 Nachtfalter-Arten in Deutschland sind tatsächlich nachts unterwegs. AK-Leiter Bernd Bergmann lockt sie im Dunkeln mit einem speziellen "Falter-Leuchtturm" an, dann werden sie fotografiert und bestimmt.

v.l.n.r.: Kleiner Weinschwärmer, Lindenschwärmer, Roseneule, Mondscheinflecken-Bindenspanner, Pappel-Zahnspinner (alle: M.B.); Gitterspanner (L.W.), Rotrandbär und Taubenschwänzchen (K.B.) sind Nachtfalter, die tagsüber fliegen.

AK Schmetterlinge kartiert über 140 Tag- und Nachtfalter in den Fasaneriewiesen - ein Bericht von Mareike Bodsch

Die Arbeitsgruppe Schmetterlinge der Regionalgruppe Aschaffenburg-Miltenberg des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz (LBV) kartierte 2022 ehrenamtlich auf den extensiven Wiesenflächen der Fasanerie. Jetzt liegt das Ergebnis vor: 29 Tag- und 112 Nachtfalter konnten bestimmt werden. Darunter mehrere Arten, die auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten zu finden sind oder als gefährdet eingestuft sind. Die Kartierung erfolgte im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg, um den Bestand zu erfassen und zukünftige Pflegemaßnahmen darauf ausrichten zu können. Die Wiesenflächen der Fasanerie werden abschnittsweise und nur ein- bis zweimal jährlich gemäht und bieten so bei gleichzeitiger Nutzung durch viele Spaziergänger einen artenreichen Lebensraum. Ein Miteinander von Mensch und Natur ist bei gegenseitiger Rücksichtnahme in der Fasanerie möglich.

Viele von uns kennen Schmetterlinge wie den Zitronenfalter oder das Tagpfauenauge. Wir erfreuen uns ab dem Frühjahr bis in den späten Herbst hinein an den farbenfrohen Gauklern der Lüfte. Was aber viele von uns nicht wissen, es gibt neben den bekannten, häufigen Arten auch sehr viele weitere Arten. Sie sind teilweise sehr klein und gut getarnt an die Wiesen angepasst, wie der kleine Graszünsler. Es gibt farbenfrohe Bläulinge, wie den Faulbaumbläuling oder schillernde Falter, wie den kleinen Perlmutterfalter. Von den ca. 190 in Deutschland heimischen Tagfaltern konnten durch die Arbeitsgruppe des LBV in diesem Jahr vor Ort 29 kartiert werden.

Nachts beginnt dann auf den Wiesen der Fasanerie ein noch intensiveres Treiben; die Nachtfalter starten. Wir kennen sie alle als „Motten“, wissen aber häufig fast nichts über diese faszinierenden Insekten. Sie tragen lustige Namen wie Zimtbär und Kleiner Weinschwärmer. Große Exemplare wie der Lindenschwärmer mit bis zu 8 cm Flügelspannweite brummen auch bei uns über die stadtnahen Wiesen am Zeughaus. Der farbintensive grüne Buchen-Kahnspinner ist dort auf Partnersuche oder die Gold-Gelbeule sucht, sobald es dunkel wird, nach Nektar oder Baumsäften. Von den über 3.500 in Deutschland heimischen Nachtfaltern konnten 112 in der Fasanerie entdeckt werden. Um im Dunkeln diese Arten kartieren zu können, werden durch die Arbeitsgruppe u.a. sogenannte Leuchttürme genutzt, mit denen die Nachtfalter angelockt werden. Sie nehmen dabei keinen Schaden und können nach der Art-Bestimmung wieder ihrer Wege ziehen. „Wir waren positiv überrascht, wie viele verschiedene und auch geschützte Arten unsere Arbeitsgruppe in der Fasanerie entdecken konnte“, sagt Bernd Bergmann, Leiter des LBV-Arbeitskreises Schmetterlinge. „Das Ergebnis zeigt, wie wichtig die Kartierung, der Schutz und die sorgsame Nutzung innerstädtischer Flächen durch den Menschen sind. In der Fasanerie scheint dies zu gelingen.“

2021: Kartierung des Röderbachtals

Im Jahr 2021 kartierte unser Arbeitskreis die Schmetterlinge, die im Röderbachtal vorkommen. Diese Kartierung erfolgte im Auftrag des Umweltamtes Aschaffenburg, aber auch aus der reinen Begeisterung für Tag- und Nachtfalter. Es konnten 22 Tagfalterarten und 96 Nachtfalterarten kartiert werden. Eine kleine, unsortierte Auswahl der gesichteten Schmetterlinge zeigen wir hier.