Gemeinsam Bayerns Natur schützen

Schmetterlinge

Arbeitskreis Schmetterlinge

Unser Arbeitskreis bringt Menschen zusammen, die sich für Tag- und Nachtfalter interessieren. 

Neben Austausch und Vernetzung stehen die Kartierungen, die für die Stadt Aschaffenburg durchgeführt werden, im Mittelpunkt unserer ehrenamtlichen Arbeit (s.u.). 

Wir freuen uns über Verstärkung: Schmetterlingsfreunde und -freundinnen, die bei unseren Kartierungen mitmachen möchten. Gerne auch Hobbyfotograf:innen, die die sensiblen Schmetterlinge aus der Ferne fotografieren und ihr Material dem Arbeitskreis zum Bestimmen zur Verfügung stellen.

Kontakt: aschaffenburg-miltenberg@lbv.de

Arbeitskreisleitung: Bernd Bergmann

Bernd Bergmann leitet den AK Schmetterlinge
Bernd Bergmann leitet den AK Schmetterlinge

Insektensterben, „Aschaffenburg summt“, Blühflächen...viele Themen, die zurzeit den Natur- und Artenschutz in der Region und die Arbeit des Landesbundes für Vogelschutz betreffen, ähneln und überschneiden sich. Zu den Bestäuberinsekten, die so wichtig für den Erhalt unserer Landschaft, den Fortbestand der Blütenpflanzen und der Streuobstwiesen sind, zählen auch die Schmetterlinge. Die sympathischen Falter sind, wie so viele andere Artengruppen, im Rückgang begriffen und auf gezielte, fachlich sinnvolle Schutzmaßnahmen angewiesen. 

Vor einigen Jahren hat sich deshalb rund um Bernd Bergmann ein LBV-Arbeitskreis zum Thema „Schmetterlinge und Nachtfalter“ gegründet. Bernd ist bereits seit seiner Kindheit an Faltern interessiert und nahm schon im Alter von 11 Jahren an Treffen der älteren Schmetterlingsfachleute teil. So hat er im Lauf der Jahre sehr viel Erfahrung und Artenkenntnisse sammeln können, auch bei Kartierungen hier im Landkreis. 

Von dieser langjährigen Erfahrung profitiert der Arbeitskreis, der sich mit Kartierungen, Bestimmungen und Beratungen befasst sowie mit konkreten Pflegemaßnahmen zum Schutz der Tag- und Nachtfalter beitragen möchte. Im Rahmen von Führungen und Infoständen soll diese Insektengruppe außerdem viele Interessierte erreichen und über die  Lebensraumansprüche von Schmetterlingen aufklären. Neben Bernd sind weitere Artenkenner:innen im Arbeitskreis aktiv und bereichern den Austausch durch ihre Sachkenntnis und ihren Enthusiasmus.

 


2022: Kartierung der Fasaneriewiesen

In diesem Jahr wurden die Fasaneriewiesen am Lufthofweg vom Arbeitskreis im Auftrag des Umweltamtes Aschaffenburg kartiert.

Dabei konnten 29 Tag- und 112 Nachtfalter bestimmt werden. Ein ausführlicher Bericht dazu findet sich weiter unten.

Eine kleine Auswahl von festgestellten Tag- und Nachtfaltern zeigen wir im folgenden.

Tagfalter

Diese Zwei sind sicher die bekanntesten Vertreter von den ca. 190 Tagfaltern Deutschlands: Schwalbenschwanz und Tagpfauenauge (Fotos: K.B.)

Doch auch die anderen Tag- und Nachtfalter sind wahre Hingucker. In unserer Diashow zeigen wir eine Auswahl der Arten, die zu ihren Flugzeiten in der Fasanerie entdeckt werden können. Das in der folgenden Diashow gezeigte Sumpfhornklee-Widderchen ist eine Rote-Liste-2-Art und ein Nachtfalter. Wie alle Widderchen ist es nicht nachtaktiv und fliegt nur bei Sonnenschein.

Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Vielfalt der Schmetterlinge!

(Fotos: L.W. und K.B.)

Nachtfalter

Nicht so ohne weiteres sind die Nachtfalter zu entdecken. Einige Arten fliegen zwar auch tagsüber (s.o.), aber die meisten der über 3.500 Nachtfalter-Arten in Deutschland sind tatsächlich nachts unterwegs. AK-Leiter Bernd Bergmann lockt sie im Dunkeln mit einem speziellen "Falter-Leuchtturm" an, dann werden sie fotografiert und bestimmt.

v.l.n.r.: Kleiner Weinschwärmer, Lindenschwärmer, Roseneule, Mondscheinflecken-Bindenspanner, Pappel-Zahnspinner (alle: M.B.); Gitterspanner (L.W.), Rotrandbär und Taubenschwänzchen (K.B.) sind Nachtfalter, die tagsüber fliegen.

AK Schmetterlinge kartiert über 140 Tag- und Nachtfalter in den Fasaneriewiesen - ein Bericht von Mareike Bodsch

Die Arbeitsgruppe Schmetterlinge der Regionalgruppe Aschaffenburg-Miltenberg des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz (LBV) kartierte 2022 ehrenamtlich auf den extensiven Wiesenflächen der Fasanerie. Jetzt liegt das Ergebnis vor: 29 Tag- und 112 Nachtfalter konnten bestimmt werden. Darunter mehrere Arten, die auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten zu finden sind oder als gefährdet eingestuft sind. Die Kartierung erfolgte im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg, um den Bestand zu erfassen und zukünftige Pflegemaßnahmen darauf ausrichten zu können. Die Wiesenflächen der Fasanerie werden abschnittsweise und nur ein- bis zweimal jährlich gemäht und bieten so bei gleichzeitiger Nutzung durch viele Spaziergänger einen artenreichen Lebensraum. Ein Miteinander von Mensch und Natur ist bei gegenseitiger Rücksichtnahme in der Fasanerie möglich.

Viele von uns kennen Schmetterlinge wie den Zitronenfalter oder das Tagpfauenauge. Wir erfreuen uns ab dem Frühjahr bis in den späten Herbst hinein an den farbenfrohen Gauklern der Lüfte. Was aber viele von uns nicht wissen, es gibt neben den bekannten, häufigen Arten auch sehr viele weitere Arten. Sie sind teilweise sehr klein und gut getarnt an die Wiesen angepasst, wie der kleine Graszünsler. Es gibt farbenfrohe Bläulinge, wie den Faulbaumbläuling oder schillernde Falter, wie den kleinen Perlmutterfalter. Von den ca. 190 in Deutschland heimischen Tagfaltern konnten durch die Arbeitsgruppe des LBV in diesem Jahr vor Ort 29 kartiert werden.

Nachts beginnt dann auf den Wiesen der Fasanerie ein noch intensiveres Treiben; die Nachtfalter starten. Wir kennen sie alle als „Motten“, wissen aber häufig fast nichts über diese faszinierenden Insekten. Sie tragen lustige Namen wie Zimtbär und Kleiner Weinschwärmer. Große Exemplare wie der Lindenschwärmer mit bis zu 8 cm Flügelspannweite brummen auch bei uns über die stadtnahen Wiesen am Zeughaus. Der farbintensive grüne Buchen-Kahnspinner ist dort auf Partnersuche oder die Gold-Gelbeule sucht, sobald es dunkel wird, nach Nektar oder Baumsäften. Von den über 3.500 in Deutschland heimischen Nachtfaltern konnten 112 in der Fasanerie entdeckt werden. Um im Dunkeln diese Arten kartieren zu können, werden durch die Arbeitsgruppe u.a. sogenannte Leuchttürme genutzt, mit denen die Nachtfalter angelockt werden. Sie nehmen dabei keinen Schaden und können nach der Art-Bestimmung wieder ihrer Wege ziehen. „Wir waren positiv überrascht, wie viele verschiedene und auch geschützte Arten unsere Arbeitsgruppe in der Fasanerie entdecken konnte“, sagt Bernd Bergmann, Leiter des LBV-Arbeitskreises Schmetterlinge. „Das Ergebnis zeigt, wie wichtig die Kartierung, der Schutz und die sorgsame Nutzung innerstädtischer Flächen durch den Menschen sind. In der Fasanerie scheint dies zu gelingen.“

2021: Kartierung des Röderbachtals

Im Jahr 2021 kartierte unser Arbeitskreis die Schmetterlinge, die im Röderbachtal vorkommen. Diese Kartierung erfolgte im Auftrag des Umweltamtes Aschaffenburg, aber auch aus der reinen Begeisterung für Tag- und Nachtfalter. Es konnten 22 Tagfalterarten und 96 Nachtfalterarten kartiert werden. Eine kleine, unsortierte Auswahl der gesichteten Schmetterlinge zeigen wir hier.