Gemeinsam Bayerns Natur schützen

LBV-Flächen

Die Flächen des LBV in den Kreisen Aschaffenburg und Miltenberg

Aschaffenburg

Der LBV besitzt in und um Aschaffenburg mehr als 30 ha Biotopflächen. Weitere 35 ha sind gepachtet. Diese Flächen sind zum Erhalt vieler Arten aus Flora und Fauna im Kreis Aschaffenburg ein wichtiger Baustein neben Landschaftsschutzgebieten und anderen Flächen, die der Natur überlassen bleiben. Die Flächen sind durch Ausgleichs- oder Flurbereinigungsmaßnahmen, Erbschaften und Schenkungen sowie durch gezielte Käufe in den Besitz des LBV gekommen. Die Mittel zum Kauf wertvoller Biotope werden durch Spenden, Ersatzgelder oder Naturschutzfonds bereitgestellt. Neben diversen kleineren Flächen, die über den Landkreis verstreut sind, sind gerade die großflächigen Schutzgebiete, wie z.B. im Kahlgrund, besonders wertvoll.

Miltenberg

Seit dem Zusammenschluss der beiden Kreisgruppen Aschaffenburg und Miltenberg im Jahr 2019 ist die Regionalgruppe Aschaffenburg-Miltenberg auch für die LBV-Flächen im Landkreis Miltenberg verantwortlich. Neben einzelnen Flächen in Wörth, Klingenberg, Collenberg und Kleinwallstadt besitzt der LBV einige Flächen im Naturschutzgebiet "Feuchtwiesen im Sulzbachtal", östlich von Sulzbach (Main) gelegen. In diesem Tal wurden 1985 24,8 ha Fläche als NSG ausgewiesen. Es handelt sich um ein Feuchtgebiet mit Schilfflächen, Großseggenrieden, Nasswiesen und einem naturnahen Bachlauf. Durch den Schutzstatus ist diese Fläche als Brut- und Nahrungshabitat für Vögel gesichert, die Tier- und Pflanzenvielfalt kann sich ungestört entwickeln.

Arbeitskreis Biotoppflege

Alle LBV-Flächen im Kreis werden jährlich überprüft und notwendige Pflegemaßnahmen eingeleitet. Das kann z.B. eine Mahd im Frühjahr und Herbst sein, oder das kontrollierte Freischneiden von Uferflächen um eine komplette Verbuschung zu vermeiden. Bei diesen Maßnahmen unterstützt uns der Landschaftspflegeverband des Kreises Aschaffenburg (LPV, Ansprechpartner: Alexius Wack).

Unser Arbeitskreis Biotoppflege bestehend aus ehrenamtlichen Aktiven trifft sich je nach Bedarf 3-4mal im Jahr an ausgewählten Flächen, um dort Landschaftspflegemaßnahmen durchzuführen. 

Neue Helfer und Helferinnen sind immer willkommen.

Betreuung der LBV-Flächen

Wenn Sie Fragen zu unseren Flächen haben,

uns eine für den Naturschutz interessante Fläche

anbieten möchten

oder

bei der Biotoppflege mithelfen möchten,

dann wenden Sie sich bitte an:

 

Judith Henkel und Meike Kempermann

Email: aschaffenburg-miltenberg@lbv.de

 

Übersicht über ausgewählte LBV-Flächen:

Durch ein von der Glücksspirale gefördertes Projekt im Jahr 2017 sind die LBV-Flächen in Stadt und Landkreis Aschaffenburg gut untersucht und kartiert worden (Kartierung der LBV-Flächen im Landkreis Aschaffenburg, 8/2017, Judith Henkel).

Die folgenden Informationen stammen überwiegend aus diesem Bericht.

Aschaffenburg

Am Godelsberg in Aschaffenburg hat der LBV zwei Streuobstflächen an einem Südhang gepachtet.

In Goldbach hat der LBV drei Flurstücke am Westhang westlich des Handberger Wegs am Rand der Klingenbach-Schlucht gepachtet.

 Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume

  • Streuobstwiese
  • Hecke
  • Gehölze
  • Wiese

Bedeutende Tier- und Pflanzenarten

  • Nussbaum
  • großer Speierling
  • Gartenrotschwanz

Bessenbach

In Bessenbach gehören dem LBV ein Trafoturm in Keilberg, mehrere kleine Flurstücke am Oberlauf des Michelbachs in Straßbessenbach und im Süden ein Streuobstbereich sowie zwei Flächen mit Gebüsch und Schilfröhricht in Oberbessenbach. Der Trafoturm wurde mit diversen Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse bestückt, auch ein Insektenhotel gehört zur Ausstattung dazu.

 Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume

  • Bach mit Auwaldstreifen, Weidengebüsch und Schilfröhricht
  • Gebüsch
  • Bach mit Schilfröhricht
  • Bruchweide mit Totholzanteil
  • Trafoturm mit zahlreichen Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse

Bedeutende Tier- und Pflanzenarten

  • Neuntöter
  • Alle Grasmückenarten
  • Sumpfrohrsänger
  • Teichrohrsänger

Blankenbach

Das Schutzgebiet liegt überwiegend im Westen von Großblankenbach im Kahlgrund mit den Biotopen Wiese, Wald, Röhricht und Hochstaudenflur entlang des Krombachs.  Nördlich von Großblankenbach befindet sich eine Eigentumsfläche des LBV, die als Wiese vor einigen Jahren neu eingesät wurde. Etwas weiter östlich hat der LBV eine Streuobstwiese mit Apfel- und Birnbäumen gepachtet, die von Rindern beweidet wird. Südlich von Erlenbach gehört dem LBV eine Waldfläche. 

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume

  • Quellbach
  • Tümpel
  • Wald
  • Schwarzerlen-Auwaldrest
  • Streuobstwiesen
  • Totholz

Bedeutende Tier- und Pflanzenarten

  • Quelljungfer 
  • Feuersalamander
  • Rotmilan
  • Wald-Frauenfarn
  • Hexenkraut
  • Großer Wiesenknopf
  • Japanisches Goldröschen
  • Goldnessel
  • Nelkenwurz

Kiesgrube Höfling

Die ehemalige Kiesgrube Höfling befindet sich in der Untermainebene in ehemaliger Main-Terrassenlage nordöstlich von Großostheim und wurde vom LBV langfristig gepachtet. Mit 15 ha Fläche und ihren verschiedenen Biotoptypen stellt die Kiesgrube einen besonders wertvollen Lebensraum für viele Arten dar.

 Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume

  • Magerrasen
  • Grünlandbrachen
  • Landschaftsschutzgebiet
  • Trinkwasserzone II
  • Steilwände
  • Silbergrasfluren
Bedeutende Tier- und Pflanzenarten
  • Schwarzmilan
  • Pirol
  • Wendehals
  • Sumpf-Schwertlilie
  • Zauneidechse

Kleinkahl

Im Oberen Kahlgrund hat der LBV viele Pacht- und Eigentumsflächen entlang der Kahl, die überwiegend recht nah beieinander liegen und damit ein wertvolles Schutzgebietsnetzwerk bilden. Bei einem Großteil der Flächen handelt es sich um Feuchtflächen mit Schilf oder Röhricht und Tümpeln sowie Feuchtgrünland und Hochstaudenfluren. 

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume

  • Feuchtflächen
  • Tümpel
  • Feuchtgrünland
  • Hochstaudenflur
  • Glatthaferwiesen
  • Hecken

Bedeutende Tierarten

  • Speierling
  • Neuntöter
  • Eisvogel
  • Mehlschwalben
  • Libellen
  • Erdkröte
  • Bergmolch
  • Fadenmolch
  • Biber

Kleinostheim

Besonders bedeutend sind die „Bruchwiesen“ in Kleinostheim östlich des Ortsteils Waldstadt.

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume

  • Land-Schilfröhricht
  • Tümpel
  • Bach
  • Hecken

Bedeutende Tier- und Pflanzenarten

  • 24 Libellenarten, u.a. Spitzenfleck und südlicher Blaupfeil
  • Sumpfrohrsänger
  • Teichrohrsänger
  • Kuckuck
  • Weißstorch
  • Schlingnatter
  • Zauneidechse

Naturerlebnisgarten Kleinostheim

Der gut 4 ha große Naturerlebnisgarten setzt sich aus Pacht- und Besitzflächen zusammen. Er ist das Außengelände der LBV-Umweltstation Naturerlebnisgarten Kleinostheim.

Im Zuge einer Ausgleichsmaßnahme für ein Straßenbauprojekt erhielt die Kreisgruppe Aschaffenburg des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V. 1986 eine aufgelassene Kiesgrube. Durch Pacht und Ankauf weiterer Grundstücke im Umfeld wurde das Gelände vergrößert und vor allem durch die ehrenamtliche Arbeit von LBV-Mitgliedern renaturiert. Mittlerweile ist eine Vielfalt verschiedener Lebensräume entstanden und bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Umweltbildung.

Königshofen

Dieses weitgehend zusammenhängende Schutzgebiet ist ein wichtiges Element im Biotopverbundsystem Kahltal zwischen Spessart und dem Maintal. Mehrere Wiesenknopf-Glatthaferwiesen im Gebiet stellen einen wichtigen Lebensraum für die europaweit geschützten Wiesenknopf-Ameisenbläulinge dar. Ein Teil der LBV-Flächen gehört zum FFH-Gebiet " Vorkommen der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge im Landkreis Aschaffenburg".

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume

  • Wiesen
  • Röhrichte
  • Hochstaudenfluren
  • Tümpel

Bedeutende Tier- und Pflanzenarten

  • Wiesenknopf-Glatthaferwiesen
  • Wiesenknopf-Ameisenbläuling
  • 17 Libellenarten
  • Erdkröte
  • Teichfrosch
  • Grasfrosch
  • Teichmolch
  • Europäischer Froschbiss
  • Eisvogel
  • Wasseramsel
  • Gebirgsstelze
  • Trauerschnäpper
  • Biber

 

Krombach

In Krombach befinden sich auf den LBV-Flächen Gehölze, eine quellige Feuchtwiese und ein Schilfröhricht mit Tümpeln sowie ein sumpfig-nasses Röhricht mit Sumpf-Schachtelhalm und Sumpf-Schwertlilie. Fünf Libellenarten wurden hier erfasst. 

 

Sumpf- und Teichrohrsänger singen im Schilf und neben der Fläche konnte ein Feldschwirl kartiert werden, der in Bayern auf der Vorwarnliste steht und in ganz Deutschland gefährdet ist. Das Feuchtgebiet in Krombach bietet mit seiner Vielzahl verschiedener Strukturen ein geeignetes Bruthabitat. In Krombach befinden sich viele zusammenhängende Flächen im Besitz von LBV oder BUND. 

Mömbris

Die Mömbriser Flächen sind weiter zerstreut in die Gemarkungen Königshofen an der Kahl (im Osten), Mensengesäß, Mömbris und Reichenbach. Neben diversen Feuchtflächen sind besonders die Waldflächen interessant:

Bei den Königshofener Flächen handelt es sich um Waldflächen mit naturnahen Bachabschnitten sowie eine lange wegbegleitende Baumhecke. Der Waldlaubsänger wurde hier erfasst, eine in Bayern stark gefährdete Art der Roten Liste. 

In Strötzbach, einem Ortsteil von Mömbris, gehören dem LBV mehrere Waldflächen am Fleutersbach. Hier wurden unter anderem die seltene Gestreifte Quelljungfer, der Feuersalamander und der Grasfrosch kartiert.  

In Mensengesäß hat der LBV im Zuge der Flurbereinigung eine kleine Buchenwaldfläche erworben. Sie liegt an einem Seitenbach der Kahl am Hang weiter südlich zwischen intensiv bewirtschafteten Äckern mit Hecke und jungen Streuobstbäumen.  

Storchsland (Huckelheim)

Die Pachtfläche nordwestlich von Westerngrund-Huckelheim ist 2,9 ha groß und ein Geschützter Landschaftsbestandteil. Sie liegt im Kahlgrund im Vorderen Spessart. Nördlich und westlich grenzt sie an Wald an, nach Süden und Osten ist sie von Äckern und Wiesen mit Feldlerchen umgeben. Südexponiert und strukturreich stellt sie mit einem Mosaik aus unterschiedlichen Biotoptypen wie Wiese, Altgrasbeständen, Gehölzen und Feuchtbereichen für viele Tierarten einen wichtigen Lebensraum dar. 

Im Westen fließt eine Hangquelle, hier befindet sich eine feuchte Hochstaudenflur mit einem Kohl-Kratzdistel-Bestand. Der östliche Teil ist eher trocken und mager, im Nordosten befinden sich zwei Tümpel. Am Zugang im Südosten befindet sich eine gemähte Wiese mit Tausengüldenkraut, wo früher einmal bodensaurer Magerrasen vorhanden war. An einem Rosengebüsch im Südosten des Gebiets konnten Neuntöter bei der Fütterung beobachtet werden.